Muss es immer Familie und Job sein?
Was ist modernen Frauen heutzutage wichtig? Familie oder Karriere? Alleinleben oder Partnerschaft?
Eindeutige Antworten auf diese Fragen gibt es nicht. Frauen kennen unterschiedliche Lebenspläne
Ungefähr ein Drittel aller Frauen entscheidet sich heutzutage gegen Kinder. Unter den akademischen Frauen mit Magister, Diplom oder Promotion sind es sogar 40 Prozent. Die Bundesregierung versucht gegenzusteuern - mit Ganztagsschulen, Elternzeit und Steuererleichterungen für Familien. So will man dem Bedürfnis der Frauen Rechnung tragen, Familie und Beruf miteinander unter einen Hut zu bekommen. Die Bemühungen sind lobenswert und lenken doch von den Problemen ab. „Sicherlich wollen die meisten Frauen heute den doppelten Lebensentwurf verwirklichen", meint die Soziologin Franziska Meier vom Deutschen Jugendinstitut in Wesel. Aber dieses Lebensthema allen jungen Frauen gleichermaßen zu unterstellen, findet sie bedenklich. Franziska Meier hat über einen Zeitraum von sieben Jahren 125 Frauen zwischen 18 und 35 Jahren befragt und nach dem roten Faden in deren Leben gefahndet. Sieben Lebensthemen hat sie dabei entdeckt, an denen sich alle Pläne und Projekte der jungen Frauen orientieren: Der doppelte Lebensentwurf „Sich im Beruf und in der Familie wohlfühlen und sich keine Gedanken machen müssen, dass Beruf oder Familie vernachlässigt werden." So umschreibt eine der Befragten in Franziska Meiers Studie den gelungenen Balanceakt zwischen Kindern und Beruf. Der Unterschied zwischen Ost und West: Während die westdeutschen Frauen den doppelten Lebensentwurf auch als Doppelbelastung erleben, sehen Frauen aus den neuen Bundesländern Familie und Beruf stärker als eine Einheit.
Der gemeinsame Weg
Frauen mit diesem Lebensthema wünschen sich vor allem eine gute Partnerschaft, in der sie sich geborgen und gut aufgehoben fühlen. Dafür stellen sie ihre Wünsche oft zurück und leben so, wie der Partner leben möchte. Wenn er sich eine Familie wünscht, wünscht auch sie sich eine Familie. Wenn er Karriere machen möchte, unterstützt sie ihn dabei. Unzufrieden sind diese Frauen nicht. Schließlich geht ihnen Harmonie über alles. Leider bleiben diese Frauen oft sexuell unbefriedigt. Über einschlägige Portale im Internet offerieren sie Hausfrauensex. Der Partner merkt davon meist nichts.
Familie
Frauen mit dem Lebensthema Familie geht es um eine klare Aufgabenverteilung: Nach ihrer Vorstellung verdient der Mann das Geld während sich die Hausfrau um Haushalt und Kinder kümmert. Das Projekt Familie planen diese Frauen sehr langfristig: Erst wenn sie ihre eigene Ausbildung abgeschlossen haben und der Partner beruflich fest im Sattel sitzt, wird geheiratet und am liebsten auch ein eigenes Reihenhaus gebaut. Anschließend ist Zeit für Kinder. Ein Leben als „Heimchen am Herd" ohne eigene Interessen wollen diese Frauen jedoch auf keinen Fall führen. Sie pflegen Hobbys und Freundschaften und sorgen oft auch dafür, dass Geld in die Familienkasse kommt - etwa dann, wenn der künftige Ernährer der Familie noch studiert. Dennoch: Die Arbeit bleibt für die meisten familienorientierten Frauen Nebensache. Diesen Frauen kommen die Chancen des Internets sehr entgegen. Hier können geile Hausfrauen Spaß haben und mit Hausfrauen Sex sogar noch einen Beitrag zum Familieneinkommen leisten.
Suche nach Orientierung
Frauen mit diesem Lebensthema sehen sich als Spielball der Umstände. Sie verharren - der Sicherheit wegen - in einem ungeliebten Job. Trennungen sind bei den Orientierungslosen keine Seltenheit. Manche leben trotzdem in einer festen Beziehung - und zwar mit Männern, die ähnlich unentschlossen sind wie sie selbst. Diese Frauen klagen oft darüber, dass ihre Partner sich weigern, gemeinsame Zukunftspläne zu schmieden. Häufiger als Frauen mit konkreten Lebensthemen sind die orientierungslosen Frauen oft unzufrieden und geraten häufiger in psychische Krisen. Sie leiden zum Beispiel unter psychosomatischen Erkrankungen, und manche sind auch selbstmordgefährdet. Den Status quo aufrechterhalten Diese Frauen fühlen sich wohl in ihrem Beruf und haben auch den Mann fürs Leben gefunden. Sie verfolgen eigentlich nur ein Ziel: Alles soll so bleiben, wie es ist. Und wenn sie einen Wunsch frei hätten, dann würden sie sich höchstens einen höheren Lebensstandard wünschen - also mehr Geld. Per Hausfrauensex im Internet verdienen sie manchmal ein Taschengeld dazu. Die in der Studie befragten Frauen lebten in Bayern und in Sachsen, sie kamen aus Groß- und Kleinstädten und aus Dörfern. Manche hatten einen Hauptschulabschluss, andere Abitur. All diese Umstände haben die Lebensthemen dieser Frauen jedoch kaum beeinflusst. Zwar fanden sich unter den Frauen mit Hauptschulabschluss, die auf dem Land lebten, überdurchschnittlich viele, die sich für das Projekt Familie entschieden hatten. Aber wider allen Erwartungen konnte Franziska Meier in ihrer Studie weder die typische ost- oder westdeutsche Frau noch die typische Akademikerin ausmachen. Auch der Partner spielt anscheinend keine Rolle, wenn Frauen sich auf ein Lebensthema festlegen. „Das Lebensthema steht schon fest, bevor der Mann fürs Leben gefunden ist", glaubt Meier. „Und dann verändern sich die jungen Frauen weder durch die Liebe noch durch widrige Umstände." Bei allen Unterschieden wollen die meisten jungen Frauen langfristig mit einem Partner zusammenleben. „Ob die Beziehung funktioniert, hängt jedoch letztlich davon ab, ob sich die Lebensthemen der Männer und Frauen miteinander vereinen lassen", meint Franziska Meier. Franziska Meiers Studie zeigt, dass es die Frauen nicht gibt. „Die heutigen jungen Frauen sehen unverrückbare Geschlechterverhältnisse als ein Relikt der Vergangenheit an", sagt die Soziologin. „Sie wissen, dass sie sie ändern und nach eigenen Bedürfnissen gestalten können." Und das kann eben auch bedeuten, nicht dem heute allgemein anerkannten Ideal - nämlich dem doppelten Lebensentwurf - nachzueifern, sondern sich wieder auf traditionelle oder völlig neue Lebensmodelle einzulassen.